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#1 24.04.2021 18:44:45

Xiphopath
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Fräskopfwürmer

Wer in seinen heimischen Wassern schon einmal mit dem Fräskopfwurm in der Verdauung der geliebten Flossys gemacht hat, weiß dass das eine heikle Angelegenheit ist.

Was ist ein Fräskopfwurm?
Der Fräskopfwurm gehört zur Familie der Fadenwürmer (Nemathoden) und war ursprünglich nur in Asien verbreitet.
Er ist ein Darmparasit, der sich meist im hinteren Trakt der Verdauung der Fische ansiedelt und sich in die Darmwand bohrt und mit seinem Fräskopf festhakt und das Blut des Wirtstiers saugt.

Wie verbreitet sich der Parasit und wie ist sein Entwicklungszyklus?
Der Fräskopfwurm wird über die Nahrung aufgenommen. Im Ursprungsgebiet durch Zwischenwirte, die Ruderfußkrebse (Cyclops und Bosmiden).
In diesen Zwischenwirten sitzen die Larven und warten auf die Aufnahme durch den Zielwirt.
Sobald sie aufgenommen wurden, wandern die Wurmlarven, auch Schwärmer genannt, in den hinteren Darm und fräsen sich in die Darmwand.
Dort saugen sie Blut des Wirtes und entwickeln sich weiter, bis sie sich zum fertigen Wurm wandeln und irgendwann geschlechtsreif, als rote Würmer aus dem After des Wirtes heraus hängen, oder sich seitwärts durch die Bauchdecke herausbohren und dort herausschauen.
In diesem Stadium setzen sie neue Larven (Schwärmer) ins Wasser, die sich wieder Zwischenwirte suchen, oder sonstwo anhaften und aufgenommen werden. Der Entwicklungszyklus im Darm kann Wochen bis Monate dauern.

Was macht den Wurm so gefährlich?
Der Wurm bohrt sich in die Darmwand und saugt Blut, womit er das Wirtstier schon sehr schwächt.
Der Organismus des Wirts erkennt eine Verletzung und verheilt die Stelle im Darm, bis das Blut versiegt.
Der Wurm oder dessen Larve sucht sich eine neue, frische Stelle und bohrt sich wieder rein.
So geht das immer weiter, bis der Darm dermaßen geschädigt ist, dass er nicht mehr richtig arbeitet und das Wirtstier allmählich verhungert.
Wenn dieses Stadium erreicht ist, ist es meist zu spät und das Wirtstier wird trotz Behandlung später dann dennoch eingehen.
Außerdem kann es passieren, dass wenn der Wurm nicht genug Blut bekommt, er sich durch die Darmwand fräst und im Bauchraum an die Organe geht. Das nahe liegende sind die Eierstöcke bei Weibchen. Deshalb sind manche erfolgreich behandelten Fische, danach unfruchtbar.
Das Stadium, in dem die Darmwand schon sehr stark geschädigt ist erkennt man daran, dass der Fisch weiße leere Schleimschläuche kotet.
Das ist kein normaler Schleim, sondern die abgestoßene, abgestorbene Darmschleimhaut, die ausgeschieden wird. Bitte nicht mit dem Schleimkot der Poecilidae verwechseln. Da muss man ziemlich genau hinschauen. Meist sind die Tiere in diesem Stadium auch schon sehr abgemagert und der Bauch seitwärts eingefallen. Manchmal kann man einen Befall auch daran erkennen, dass ein Fisch schwächelt und schaukelt wegen Unbehagen, obwohl er sonst absolut gesund aussieht, oder Jungfische Saltos schlagen, weil bei Ihnen die Larven sogar das Gehirn befallen, weil im Darm nichts zu holen ist. Die Sterblichkeit bei Befall im Endstadium ist schon weit über dem Mittel. Meist kommt sie verzögert auch nach einer Behandlung.

Wie ist dieser Wurm zu uns gekommen?
Der Fräskopfwurm stammt wie schon erwähnt aus Asien.
Dort ist er in den Gewässern weit verbreitet und beschränkt sich nicht nur auf Fische.
Nach Europa kommt er über die Importe von Zierfischen, ob Teich oder Aquarium. Das ist absolut gleich.
Die Asiatischen Züchter sehen nur den Profit. Meistens werden die Würmer über Lebendgebärende mitgebracht. Diese werden dort in Teichen  it Salzanreicherung vermehrt (Zucht darf man das nicht nennen). Diese Gewässer sind verseucht mit den Würmern. Ein weiterer Weg ist Frostfutter das aus Asien kommt und die Larven schon enthält. Z.B. in Zyclops oder Bosmiden. Diese werden dort in offenen Gewässern einfach abgesiebt und gefrostet. Die Larven mit. Eine neue weitere Quelle sind mittlerweile einige europäische Zierfisch-Vermehrer, auf deren Herkunft und Namen ich nicht genauer eingehe aus Datenschutzgründen. Viele Zuchten sind schon verseucht, oder derjenige importiert selbst wiederum aus Asien und verkauft es weiter. Die mangelnde Seriösität erkennt man oft daran, dass die Tiere nicht mehr Sorten-rein gezogen werden sondern als Mix verkauft werden, weil alles andere zuviel Arbeit macht und der Profit wichtiger ist. Aber was den Import und die Qualität betrifft, ist genug Stoff für ein eigenes Kapitel an anderer Stelle.

Ich werde hier in naher Zukunft auf die Behandlung eingehen und diesen Artikel erst einmal zur Diskussion stellen.

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#2 25.04.2021 20:31:00

Apiocheilus
Mitglied
Ort: 64319 Pfungstadt
Registriert: 24.04.2021
Beiträge: 2

Re: Fräskopfwürmer

Guter Artikel. Da ich Fische (Aplocheilus u. Epiplaty) züchte, die dazu neigen mit dem Fräskopfwurm befallen zu werden, hatte ich in den letzten Jahrzehnten ab und an mit dem Parasit zu tun. Der Befall ist eigentlich gut zu erkennen da der Wurm/Würmer gut sichtbar aus dem After hängt/hängen.
Die Hauptinfektionsquelle sind meiner Erfahrung selbst gekeschertes Lebendfutter, z.B. aus dem Tümpel in Gernsheim in der Nähe des Tierheims, wo ich mir vor 2 Jahren die Fräskopfwürmer einfing. Die Behandlung ist einfach, aber da will ich dem Admin nicht vorgreifen.

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#3 26.04.2021 09:42:33

Xiphopath
Administrator
Registriert: 23.04.2021
Beiträge: 9

Re: Fräskopfwürmer

OK
Das heißt die Würmer haben sich teilweise auch schon in unseren Gewässern ausgebreitet, wie so manch andere Dinge aus Asien mittlerweile auch. Alles gute kommt aus dem Osten....
Wenn die Würmer heraushängen ist es das Endstadium. Dann sind die Tiere geschlechtsreif und hängen nur raus zum Schwärmer absetzen. Sie entwickeln sich über Wochen und Monate im Darm des Fisches nahezu unbemerkt.
Das ist das Verheerende. Da ist der Schaden im Darm meist schon zu groß.
Man darf aber auch nicht außer Acht lassen, dass wir auch Fadenwürmer in unseren Gewässern haben, die mit dem Fräskopf verwandt sind, eben nur keinen Fräskopf haben. Die Behandlung ist eigentlich die Gleiche, nur bei Fräsköpfen etwas intensiver, möchte ich mal so sagen.

Wie wird man den Parasit wieder los?
Es gibt im Fachhandel verschiedene Präparate, die Fadenwürmer, spriche Nemathoden bekämpfen. Dies aber mehr oder weniger effektiv und meist mit großen Colateral-Schäden im Wirbellosen-Bereich.

Ich möchte hier zu Beginn einmal einzelne davon, die gängigen und meistens angebotenen nennen:
(Dies Aufzählung schließt nicht aus, dass andere, hier nicht aufgeführte Präparate, nicht mindestens genau so gut wirken)

  • SERA med Professional Nematol

  • JBL Nedol Plus 250

  • eSHa - ndx

Die meisten im "Deutschen"Handel angebotenen Medis haben eine sehr lange Behandlungsdauer und oft immense Colateral-Schäden.
Das bedeutet, dass die Wirbellosen, besonders Krustentiere ebenfalls mit drauf gehen. Hier muss man gut abwägen, was einem wichtiger ist.
Die Wirbellosen aus einem, mit Fräsköpfen befallenen Aquarium oder Teich heraus zu fangen und hinterher wieder einzusetzen, macht keinen großen Sinn, da man nicht ausschließen kann, dass sie schon irgendwie als Zwischenwirt in Frage kommen oder die Schwärmer an ihnen haften, auf der Suche nach Zwischenwirten oder neuen Wirtstieren.

Oft ist bei diesen Präparaten gerade beim Fräskopfwurm eine über Wochen wiederholte Behandlung erforderlich.

Nun gibt es äußerst wirksame Alternativen.
Auf die ich, auch wegen eigenen sehr guten Erfahrungen, hier nun eingehen möchte:

Der Wirkstoff heißt erst einmal grundsätzlich "Levamisol Hydrochlorid" und wird in der Veterinärmedizin schon lange erfolgreich bei Großvieh und auch Geflügel eingesetzt. Eines der Präparate mit diesem Wirkstoff ist Concurat L 10% Pulver von Bayer (c)
Und Nein. Ich habe keine Verwandten bei Bayer!
Der Wirkstoff wird mittlerweile auch, wie so vieles, nicht mehr in Deutschland, sondern in Chinetzien hergestellt.
Medikamente, die Levamisol enthalten sind verschreibungspflichtig und müssen somit vom Tierarzt verschrieben werden.
Ein für die Aquaristik auf Basis von Levamisol hergestelltes Präparat heißt Lavamicil (c) von Manaus-Aquarium und wird in Deutschland (Pfungstadt) hergestellt. Leider ist es ebenfalls verschreibungspflichtig.
In Deutschland!
Es gibt EU Länder, in denen es im Zoofachhandel "noch" frei erhältlich ist.
Es wird also in Deutschland hergestellt, und ist nur in manchem europäischen Ausland im offenen Handel erhältlich.
Z.B. bei denen, die auch viel mit Käse und Tulpen zu tun haben.
Leider ist es auch relativ teuer, was die Konzentration betrifft. Man braucht relativ viel davon.
Etwa 0,8 Gramm purer Wirkstoff auf 100 Liter Fischwasser

Also heißt es überlegen, ob man ins Ausland fährt und es sich dort besorgt (Nicht ganz legal)
oder zum Tierarzt geht und sich Concurat oder ein vergleichbares Präparat verschreiben lässt.
Ich möchte hierbei erwähnen, dass ich jedem abrate, sich den Rohstoff Levamisol Hydrochlorid aus Chinetzien schicken zu lassen.
Spätestens der Deutsche Zoll wird einem dann einen Besuch abstatten, weil man 1 kg weißes Pulver (na, klingelts?) aus Chinetzien geschickt bekommt. Das ist schon verdächtig und macht aufmerksam.
Wenn sich dann rausstellt, dass es zwar kein Happy-Macher ist, dann spätestens hat man aber Probleme wegen verbotener Einfuhr von solchen Wirkstoffen. Dazu kommt, dass Levamisol mittlerweile auch verwendet wird, um ein bestimmtes Puder, das mit "Kok" anfängt und "ain" aufhört, in der Wirkung zu verstärken und zu strecken.

Da ich selbst in einer Notlage schnelle Hilfe benötigte, weil ich mir durch einen Zukauf für meine Zucht, unwissend den Fräskopfwurm eingeschleppt habe, und es erst dann bemerkt habe, als meine ganze Anlage befallen war. musste ich schnell handeln.
Ich muss hierbei erwähnen, dass ich u.A. auch Amano-Garnelen züchte und die bei mir in etwa 24 Aquarien überall drin sitzen habe, schon wegen der Algen. Mir wurde durch einen Züchter-Freund Concurat empfohlen, weil der es vom Tierarzt verschrieben bekommen hatte, als er das Problem in seinem Aquarium hatte.
Allgemein erhält man Concurat in Packungen zu 10 Tütchen a 7,5 Gramm
Das Medikament wird also in der Regel für Vieh und Geflügel verschrieben und für Zierfische haben die meisten Tierärzte keine Spezialisierung. Man muss sich da schon einen Tierarzt der Wahl wenden, der das dennoch verschreibt oder einen sucht, der auf Koi und Zierfische oder Teich mit spezialisiert ist. Letzteres habe ich gesucht und gefunden und er hat mir das Concurat L 10% verschrieben, obwohl er sich nur auf meine Kenntnis verlassen konnte, weil er es selbst auch noch nicht für Zierfische eingesetzt hatte, vorher. Darauf hin habe ich mich sehr mit der Dosierung beschäftigt und recherchiert und kam dann aus vielen Foren und ähnlichen Fällen zur Dosis von etwa 8 Gramm auf 100 Liter Wasser (Aquarium oder Teich).
Das deckt sich auch mit der Portionierung von 7,5 Gramm Tütchen.
Den Recherchen und dem Feedback von anderen zufolge, die es schon eingesetzt haben, habe ich dann mit 8 Gramm / 100 Liter Fischwasser behandelt.

Die Behandlung, wie ich sie empfehlen kann
Ich möchte hier ganz klar deutlich machen, dass diese Behandlung auf meiner Erfahrung mit den Parasiten und der Behandlung in meiner Anlage basiert und ich kein Tierarzt bin, oder sonst wie beruflich damit zu tun habe. Also ohne Gewähr.
Ziele der Behandlung in chronologischer Reihenfolge sind:

  • Parasiten und Larven aus dem Darm befördern

  • Schwärmer (Larven) dazu bringen von Zwischenwirten abzulassen

  • Später entwickelte oder nicht erwischte Larven ebenfalls beseitigen.

Die Behandlung am Besten für einen Nachmittag vorsehen und die Tiere bis dahin nicht füttern.
Für die erste Behandlung lösen wir das Pulver (7,5 bis 8 Gramm auf 100 Liter Fischwasser) in
etwa 1 bis 2 Liter Fischwasser auf, bis es vollständig aufgelöst ist. Wenn es sich nicht ganz auflöst etwas Fischwasser mehr verwenden.
Je mehr Fischwasser man verwendet, desto besser; besonders wenn Wirbellose mit im Becken sitzen.

UV-Clearer abschalten und "nicht" mit Aktivkohle filtern.
Für gute Belüftung sorgen. Gerne einen Ausströmerstein verwenden um das Becken zusätzlich zu durchlüften.
Concurat L 10% besteht aus 10% Wirkstoff und etwa 90% Glucose, was bei der Verabreichung an größere Tiere nützlich ist.
Im Aquarium, kann die Glucose eine Algenblüte verursachen und das Wasser eintrüben. Dies versuchen wir aber weitgehend zu verhindern.

Ein ganz wichtiger Aspekt ist, dass wir stark, aber so kurz wie möglich behandeln. Dann ist das Risiko, dass die Wirbellosen leiden geringer.
Und am Nachmittag der Behandlung Zeit dafür reservieren.

Das gelöste Mittel muss wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, unter gutem Einrühren im ganzen Aquarium oder Teich verteilt werden.
Es sollten sich keine Ecken bilden mit hohen Konzentrationen. Am besten direkt vor den Ausfluss des Filters in die Strömung plätschern lassen.
Es soll sich schnell verdünnen. Nur dann ist die Gefahr, dass Wirbellose auf eine höhere Konzentration treffen am geringsten.
Sobald der Wirkstoff verteilt ist, etwas 10 Minuten warten und dann die Fische etwas füttern, damit die auch geringe Mengen mit der Nahrung aufnehmen. Frostfutter oder Lebendfutter mit dem Wirkstoff zu versetzen halte ich für bedenklich, da ich die Konzentration für zu hoch halte und die beschriebene Vorgehensweise erfolgreich ist. Wenn man Fische hat, bei denen die Würmer, die übrigens wie Tubifex aussehen, aus dem After oder der Bauchwand herausschauen, kann man sehen wie das Mittel wirkt.
Leider aber auch nur, wenn nicht zu viel Dickicht im Becken ist, da die Fische wie von Geisterhand plötzlich im Gebüsch verschwinden, sobald das Mittel wirkt. Dieses Verstecken kann ein paar Tage anhalten, ist aber kein Grund zur Besorgnis. Die kommen bald wieder raus.
Hat man die Chance, die Fische mit Würmern zu beobachten, dann wird man innerhalb von einer halben bis 2 Stunden bemerken, dass denen die Würmer sprichwörtlich aus dem A...llerwertesten fallen. Man findet evtl. sogar Kothaufen am Grund an denen Würmer hängen.
Nach etwa 3 Stunden habe ich dann einen Teilwasserwechsel (1/2) gemacht und gleichzeitig mit der Mulmglocke den Boden abgemulmt und so Würmer und Larven weitgehend mit entfernt. Der Wirkstoff wirkt auf die Würmer und Larven lähmend, weshalb die Parasiten sich im Darm nicht mehr halten und auch als Schwärmer sonstwo nicht mehr halten können. Sie werden ausgeschieden und fallen herunter. Durch die Lähmung können sie sich nicht mehr bewegen und ohne Wirt sterben sie ab, wenn nicht schon durch die Lähmung. Nun evtl. UV-Clearer wieder einschalten.

Am anderen Tag kann nochmals ein Teilwasserwechsel durchgeführt werden, was ich auch tat.
Ich habe des Weiteren auch zusätzlich noch vorbeugend mit einer halben Dosis (halbe Tablette auf 100L) "SERA Bactopur direkt" behandelt, es eignet sich aber auch jedes andere Antibakterielle Mittel aus dem Handel. Dies soll verhindern dass die geschädigten Tiere danach an einer Bakteriose sterben, die sich noch Tage später aufgrund der Schwächung des Immunsystems und der inneren Verletzungen durch den Parasit entwickeln können.

Die Behandlung wiederholte ich eine Woche später nochmals mit der halben Dosis (3,5 bis 4 Gramm) auf 100 Liter Fischwasser in der gleichen Vorgehensweise, jedoch nur, um noch evtl. Larven zu erwischen die aus irgendwelchen Gründen überlebt haben.
Nach einer weiteren Woche ist der Fräskopfwurm Geschichte.
Bei der Behandlung habe ich ein paar wenige Amano-Garnelen verloren und vereinzelt Piano-Schnecken.
Den Procambarus Alleni und den Clea helena hat das nichts ausgemacht.
Im Groben ist die Behandlung nach etwa 3 Wochen durch und die Fische sind auch wieder freundlich.
Wie schon oben beschrieben, kann es durchaus passieren, dass Befallende Tiere Wochen später an den Folgen des Parasiten sterben, was leider mit keinem Medikament der Welt verhindert werden kann. Wenn der Darm nicht mehr arbeiten kann, oder Organe geschädigt sind, hat der Fisch keine Chance.

Und Vorsicht: Es ist nicht klar, in wie weit der Parasit auch Menschen befallen kann. Hygiene ist das oberstes Gebot, bis der raus ist.

Seitdem habe ich Ruhe vor dieser Plage und behandle jeden Fisch, wenn ich einen dazukaufe und der nicht aus nachweislich sauberer Zucht stammt, prophylaktisch mit einer halben Dosis als Quarantänebad. Ansonsten gilt bei mir die Regel:

  • Keine Importtiere aus Asien

  • Kein Frostfutter aus Asien, außer Artemia, und auch das wird mittlerweile in Ostdeutschland in großem Stil in alten Salinen gezüchtet

  • Tiere im Fachgeschäft lieber fünfmal mehr mal anschauen, lieber nach der Herkunft erkundigen und im Zweifelsfall vom Kauf absehen

  • Keine Hungerhaken kaufen, sprich keine eingefallenen Tiere, die optisch an Futtermangel leiden. Gesunde Fische haben Futter-runde, nicht fette, Bäuche

Ich bin mir sicher, das wir in unserem Forum noch den einen oder anderen Beitrag veröffentlichen, in dem wir die Unterschiede
bei zwischen gesunden und kranken Tieren beim Kauf, aufzeigen. Ich hoffe, dass ich mit diesem Beirag dem einen oder anderen
die Angst nehmen kann und dazu beitragen, dass die Aquaristik noch etwas sensibilisierter mit dem Thema Import umgeht.

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#4 26.04.2021 11:45:26

Xiphopath
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Beiträge: 9

Re: Fräskopfwürmer

@Apiocheilus
Hier darf jeder zum Thema beitragen. Nicht nur der Admin. Der ist Admin für die Technik. Das Forum ist für alle da. Und jeder kann Beiträge verfassen.
Gerne kannst Du doch mal etwas veröffentlichen über die Fische, die Du züchtest. Die Moderatoren legen dir gerne ein Forum an, wenn nicht schon geschehen. Siehe Killifische. Teile uns doch einfach mit, wenn Du eine Rubrik möchtest oder geändert werde sollte für eine bessere Struktur.

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#5 28.04.2021 20:33:55

Apiocheilus
Mitglied
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Beiträge: 2

Re: Fräskopfwürmer

Ich habe sehr gute Erfahrung zur Bekämpfung von Fräskopfwürmer mit Citarin-L2,5% gemacht. Es ist auch Verschreibungspflichtig, ist aber kein Problem, da ein Freund von mir Tierarzt bei Heidelberg ist. Es wirkt schnell und sicher, Dosierung 2ml auf 10 L Wasser.

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#6 22.06.2021 07:21:16

Xiphopath
Administrator
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Beiträge: 9

Re: Fräskopfwürmer

JA, Citarin-L 2,5% ist ein flüssiges 1:1 Pendant zu Concurat L10% und identisch in der Wirkweise, da es sich um den gleichen Wirkstoff Levamisol-Hydrochlorid handelt (2,5% Lösung).
Die Beschaffung ist aber gleich => man benötigt einen Tierarzt der das verschreibt.

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#7 25.06.2021 10:10:27

Xiphopath
Administrator
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Beiträge: 9

Re: Fräskopfwürmer

Hier ein paar Bilder in denen man im Endstadium die geschlechtsreifen Parasiten heraushängen sieht, wenn sie die Schwärmer ins Wasser abgeben.

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Bei diesem Guppyweibchen erkennt man die ausgeschiedene abgestorbene Darmschleimhaut.
Dieses Phänomen gibt es aber auch bei den meisten anderen Wurmerkrankungen des Darms.
Flagellaten und auch andere andere Fadenwürmer (Nematoden) verursachen ebensolche Schädigungen

0-original.jpg

Hier sieht man nur einen Wurm, aber der Enddarm drückt sich schon mit nach außen.

190729-Guppy-01.jpg

Auch Antennenwelse sind oft befallene Wirtstiere für den Fräskopf.
Bei ihnen erkennt man das sehr gut, wenn sie an der Scheibe hängen.

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Das hat schon Alien-Charakter, wenn man sich das so anschaut

Offline

#8 25.06.2021 10:18:29

Xiphopath
Administrator
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Beiträge: 9

Re: Fräskopfwürmer

Hier noch ein Bild vom Kopf des Wurms.
Man kann die Werkzeuge für das Fräsen und verankern in der Darmschleimhaut  sehr gut erkennen.

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